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Drei Wurzeln – viele Äste: Ein funktioneller Ansatz für echte Veränderung

Aktualisiert: 6. Dez. 2025

Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und beschreibt einen funktionellen, ganzheitlichen Blick auf Gesundheit. Er ersetzt keine medizinische Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei gesundheitlichen Anliegen wende dich bitte an medizinische Fachpersonen.


Warum viele Ansätze bei chronischen Beschwerden nicht nachhaltig wirken

Viele Menschen mit langanhaltenden Beschwerden erzählen dieselbe Geschichte:

Sie haben unzählige Dinge ausprobiert – Diäten, Detox-Kuren, Nahrungsergänzungsmittel, verschiedene Therapien und trotzdem kehren die Symptome nach kurzer Zeit wieder zurück. Die Frage lautet dann häufig: „Warum verändert sich nichts?“ Eine mögliche Antwort: Oft wird nur dort angesetzt, wo wir Symptome sehen – also an den Ästen. Die tieferen Zusammenhänge im Körper, die Wurzeln, bleiben dabei unberührt. Aus funktioneller Perspektive geht es jedoch darum, zu verstehen, wo Beschwerden ihren Ursprung haben können und wie verschiedene Körpersysteme miteinander verbunden sind. Nicht um „Bekämpfen“, sondern um Verstehen.



Der Körper als Baum – ein ganzheitlicher Blick

Ein anschauliches Bild für diesen Ansatz ist der Baum: Die Äste stehen für sichtbare Themen, zum Beispiel Verdauungsbeschwerden, Erschöpfung, Hautprobleme oder diagnostizierte Erkrankungen wie Hashimoto. Diese Äste wachsen jedoch aus Wurzeln, also aus grundlegenden Körpersystemen, die Einfluss auf unser Wohlbefinden haben. In der funktionellen Ernährung arbeiten wir mit drei zentralen Wurzeln: Verdauung, Entzündungen und epigenetische Einflüsse. Diese Wurzeln werden wiederum von dem Boden, in dem sie wachsen, geprägt, also von Lebensstilfaktoren wie Ernährung, Stress, Schlaf, Umweltreizen oder individuellen Bedingungen.

In meinem Ansatz geht es deshalb darum, den Boden so gut wie möglich zu unterstützen, damit der gesamte „Baum“ in Balance bleiben kann. Nachfolgend stelle ich dir diese drei Wurzeln vor und zeige, durch welche Faktoren sie beeinflusst werden können.


1. Verdauung: Eine zentrale Grundlage für dein Wohlbefinden

Die Verdauung ist der Ort, an dem Nahrung auf deinen Körper trifft. Hier werden Nährstoffe aufgenommen, das Immunsystem trainiert und Signale in den ganzen Körper gesendet. Dadurch gilt die Verdauung als ein zentrales System, das viele Bereiche deines Wohlbefindens beeinflussen kann – vom Energielevel bis zur Haut. Veränderungen im Verdauungssystem können sich direkt zeigen, zum Beispiel durch Blähungen, Völlegefühl oder sensible Reaktionen auf Lebensmittel. Manchmal werden sie eher indirekt wahrgenommen, etwa durch Müdigkeit, Stimmungsschwankungen oder Hautprobleme. Es ist daher möglich, dass das Verdauungssystem Unterstützung braucht, auch wenn keine typischen Beschwerden bestehen. Um zu verstehen, wie diese „Wurzel“ unterstützt werden kann, lohnt sich ein Blick auf vier Einflussfaktoren, die den „Boden“ für die Verdauung mitgestalten.


  • Verdauung startet nicht im Magen, sondern im Mund. Gründliches Kauen zerkleinert die Nahrung, vermischt sie mit Verdauungsenzymen im Speichel und gibt dem Körper erste Signale, dass Nahrung aufgenommen wird. Langsames Essen und ein entspannter Zustand können diesen Prozess unterstützen. Wenn wir sehr schnell essen oder unter Stress stehen, wird dieser erste Schritt oft weniger bewusst ausgeführt.

    Impuls für dich: Nimm dir Zeit zum Essen, lege das Besteck zwischendurch ab und iss ohne Ablenkung – also nicht neben dem Handy oder Laptop. So kann der Körper besser wahrnehmen, dass gerade Essenszeit ist.

  • Chemisch: Damit Nahrung weiter aufgespalten werden kann, nutzt der Körper verschiedene Verdauungssekrete wie Speichel, Magensäure, Gallensäuren und Enzyme. Faktoren wie Stress, bestimmte Medikamente oder sehr einseitige Ernährung können diesen Prozess beeinflussen.

    In vielen Kulturen werden bittere Lebensmittel traditionell geschätzt, weil sie als Anregung für die Verdauungssäfte gelten.

    Impuls für dich: Inkludiere bittere Gemüse oder Kräuter in deine Ernährung, zum Beispiel Rucola, Chicorée oder Artischocken und beobachte, wie es für dich funktioniert.

  • Strukturell: Organe wie Leber, Gallenblase, Bauchspeicheldrüse, Magen und Darm arbeiten eng zusammen. Wenn ein Bereich stärker belastet ist oder Unterstützung braucht, kann sich das auf das gesamte Verdauungssystem auswirken.

    Impuls für dich: Regelmässige Mahlzeiten, ausreichend Bewegung und bewusste Pausen können entlastend wirken und unterstützen ein harmonisches Zusammenspiel der Verdauungsorgane.

  • Mikrobiell: In deinem Darm leben Milliarden von Mikroorganismen – zusammen bildet das das sogenannte Mikrobiom. Diese Gemeinschaft steht über verschiedene Signalwege im Austausch mit dem Verdauungssystem, dem Immunsystem und auch mit dem Nervensystem, häufig beschrieben als „Darm-Hirn-Achse“. Wenn die Balance im Mikrobiom verändert ist, können sich unterschiedliche Beobachtungen zeigen, zum Beispiel im Verdauungsbereich, in der Haut oder im Energielevel.

    Impuls für dich: Eine vielfältige Ernährung mit unterschiedlichen Pflanzenarten liefert Ballaststoffe, die als Nahrung für Mikroorganismen dienen können. Auch fermentierte Lebensmittel wie Sauerkraut, Kefir oder Kimchi werden in vielen Kulturen traditionell eingesetzt, um das Mikrobiom zu unterstützen.

2. Entzündungen: kleine Prozesse mit grosser Wirkung

Chronische, stille Entzündungsprozesse werden in der Forschung häufig mit langanhaltenden Beschwerden in Verbindung gebracht. Sie können durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden unter anderem durch Ernährung, Schlaf, Stress, Belastungen aus der Umwelt oder Veränderungen im Verdauungssystem und im Mikrobiom. In der funktionellen Ernährung geht es darum, Faktoren zu erkennen, die entzündliche Prozesse beeinflussen können. Im Fokus steht nicht, „Entzündungen zu behandeln“, sondern zu verstehen, wie Lebensstil und Ernährung Prozesse unterstützen können, die mit Balance und Regeneration in Zusammenhang stehen.

Dazu gehören häufig genannte Bereiche wie:

  • ein stabiler Blutzucker

  • Omega-3-Fettsäuren aus der Ernährung

  • naturbelassene, nährstoffreiche Lebensmittel

  • ausreichend Schlaf und Erholung

  • bewusster Umgang mit Stress

Diese Perspektive möchte nicht ersetzen, was medizinisch notwendig ist, sondern einen ergänzenden Blick darauf geben, wie der „Boden“ rund um die Entzündungswurzel gestaltet werden kann.


3. Epigenetik: Wie dein Umfeld Signale sendet

Unsere Gene sind nicht statisch, sondern werden durch epigenetische Mechanismen reguliert. Das bedeutet, dass bestimmte Gene stärker oder schwächer zum Ausdruck kommen können, je nachdem, welche Signale der Körper aus seiner Umgebung empfängt. Dazu zählen unter anderem Ernährung, Bewegung, Schlaf, Umweltfaktoren und auch psychische Belastungen oder Entlastungen. Dieses Zusammenspiel wird oft als eine Art „Schaltzentrale“ beschrieben: Es entscheidet nicht über die Gene selbst, sondern darüber, wie flexibel sie auf Einflüsse reagieren können. Damit bildet dieser Einflussbereich den „Boden“ der Epigenetik-Wurzel in unserem Modell.

Zwei Menschen können dieselbe genetische Veranlagung haben und trotzdem unterschiedliche Erfahrungen machen. Ein Teil der Forschung geht daher der Frage nach, wie das Epigenom auf verschiedene Lebensbedingungen reagiert und wie diese Bedingungen mit Wohlbefinden oder Belastung in Verbindung stehen. Du kannst nicht bestimmen, mit welchen Genen du geboren wirst, aber du kannst Einfluss darauf nehmen, welche Signale dein Körper täglich erhält. Bewusste Ernährung, ein ausbalancierter Lebensstil und der Umgang mit Stress sind Beispiele für Bereiche, die oft im Zusammenhang mit epigenetischen Prozessen genannt werden.



Das „3 Wurzeln – viele Äste“-Modell: Orientierung statt Protokoll

Viele Menschen machen gute Erfahrungen mit allgemeinen Ernährungsempfehlungen oder Nahrungsergänzungen. Für andere bleibt die erhoffte Veränderung aus oder sie erleben nur eine kurzfristige Besserung. Genau hier kann das Modell „3 Wurzeln – viele Äste“ einen hilfreichen Rahmen bieten. Es unterstützt dabei, individuelle Muster und Zusammenhänge zu erkennen, nicht durch ein fertiges Protokoll, sondern durch verschiedene Blickwinkel. Statt nur auf sichtbare Beschwerden zu schauen, hilft das Modell dabei, das System dahinter zu betrachten, also mögliche Einflüsse auf Verdauung, Entzündungsprozesse und epigenetische Signale. Aus dieser Perspektive entstehen häufig neue Ansätze, die über einzelne Symptome hinausgehen. Beispiele aus der Praxis zeigen das sehr anschaulich:

Bei PMS im Alltag wird oft über Hormone gesprochen. In manchen Ansätzen wird zusätzlich betrachtet, welche Rolle Stoffwechsel, Verdauung oder die Kapazität der Leber spielen können.

Bei Hautthemen wie Akne oder Rosazea geht es nicht immer nur um einzelne Lebensmittel. Einige Ansätze beziehen auch Verdauung, Mikrobiom oder den Umgang mit Belastungsfaktoren ein.

Bei Reizdarm kann es für manche Menschen hilfreich sein, nicht nach der nächsten Diät zu suchen, sondern grundlegende Verdauungsmechanismen zu unterstützen, zum Beispiel durch bewusste Ruhe beim Essen, langsames Kauen und Pausen.

Das Modell ersetzt keine medizinische Diagnostik oder Behandlung. Es kann aber ergänzend unterstützen, besonders dann, wenn man seinen Körper besser verstehen möchte und nach Mustern sucht, die über Einzelmassnahmen hinausgehen.

Das Modell ist kein neues Regelwerk, sondern ein Kompass. Es zeigt Wege auf, über die Ursachen nachzudenken und erinnert daran, dass der Körper selten eindimensional arbeitet. Äste können ähnlich aussehen, die Wurzeln dahinter sind oft ganz unterschiedlich.


Viele Äste – gemeinsame Muster

Wenn wir nur auf die Äste schauen, wirken Beschwerden sehr unterschiedlich. Erst beim Blick in den Boden zeigt sich, dass manche Bereiche häufiger vorkommen als andere. In ganzheitlichen Modellen wird daher auf Verdauung, Entzündungsprozesse und epigenetische Signale geschaut, um Muster zu erkennen und ein tieferes Verständnis zu entwickeln.

Dabei geht es nicht darum, einzelne Symptome zu erklären, sondern mögliche Zusammenhänge im gesamten System sichtbar zu machen. Diese Sichtweise kann Menschen helfen, ihr eigenes Erleben besser einzuordnen und Ansätze zu finden, die nicht nur an der Oberfläche bleiben.

Dein Körper spricht mit dir

In meiner 1:1 Begleitung lernst du, die Signale deines Körpers besser zu verstehen und herauszufinden, welche Lebensbereiche einen Einfluss auf dein Wohlbefinden haben könnten.

Wenn du dir wünschst, zu erkennen, welche Muster bei dir persönlich eine Rolle spielen könnten, findest du im 1:1 Coaching einen Rahmen, der dich dabei unterstützt, deinen eigenen Weg zu entwickeln und bewusste Entscheidungen für dich zu treffen.


 
 
 

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Disclaimer

Gesundheitscoaching ersetzt keine ärztliche Diagnose oder Behandlung. Ich sehe meine Arbeit als begleitende Unterstützung, die deinen Weg zur Gesundheit ergänzen und zur Stärkung deines Wohlbefindens beitragen kann.

Ich stelle keine Diagnosen und gebe keine Heilversprechen ab. Bei medizinischen Fragen arbeite ich ergänzend mit Ärzt:innen und Therapeut:innen zusammen.

Saskia Krummenacher

Fachberaterin für
funktionelle Ernährung

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